Schmutzig / 2

Die jüngste Geiselnahme deutscher Zivilisten, die in der Folge des Einsatzes deutscher Soldaten im Afghanistan-Krieg und in dessen Folge im Auftrag der Deutschen Bundesregierung zu Aufbauarbeiten in dieses Land geschickt wurden, stellt sich nach Auffassung einer wachsenden Anzahl von Beobachtern immer mehr als fatale Folge falscher Deutscher Regierungspolitik dar.
Die Gründe liegen auf der Hand, mit einer juristisch höchst bedenklich, wenn nicht gar völlig unsinnigen Argumentation interpretierten die US-Amerikaner ihre Bombardements auf Afghanistan als Selbstverteidigung. Man stelle sich nur einmal vor, wenn ein deutscher Bürger mit einer derartigen Argumentation Gewalttaten ausüben würde. Was jedem normalen Menschen geläufig ist, scheint für die Politik nicht zu gelten.
Ein Kolumnist fragt sich immer wieder, wieso scheinen die Köpfe einer erklecklichen Anzahl deutscher Politikvertreter sich blitzschnell in Zäpfchenform zu verwandeln, sobald es um die Amerikaner und ihre Handlungen in Afghanistan und Irak geht? Wieso plappert man zum Teil haarsträubende amerikanische Verlautbarungen zum Thema Terrorismus anscheinend einfach nur nach.
Wieso versucht die Deutsche Bundesregierung, allen voran Angela Merkel und ganz besonders Aussenminister Steinmeier den augenscheinlich qualvollen Tod der deutschen Geisel Ingenieur Rüdiger D. mit aller Macht gegenüber der deutschen Öffentlichkeit zunächst als natürlichen Herztod, und auch jetzt noch als "nicht gezielte Tötung" darzustellen. Ist dies alles nicht schlimm genug?
Muss nicht vielmehr davon ausgegangen werden, dass derartige Geiselnahmen die Rache dafür sind, dass deutsche Soldaten und damit auch Deutschland sich an dem Leid, welches Natobomben in der afghanischen Zivilbevölkerung verursacht hat, mitschuldig gemacht hat?
Wieso zeigt die Deutsche Bundesregierung, aber auch viele andere Politiker, wie Stoiber, Beck, etc. nicht wenigstens jetzt und heute Einsicht, und rudert auf der Stelle zurück?
Statt dessen fordern Sie noch mehr deutsche Soldaten in Afghanistan, obwohl es als gesichert gelten kann, dass sich die Amerika-Politik nach der nächsten Präsidentschaftswahl quasi über Nacht ändern wird, weil damit zu rechnen ist, dass die Bush-Administration mit Schimpf und Schande aus ihren Ämtern gejagt wird.
Die Deutsche Bundesregierung verbreitet in diesen Tagen Presseerklärungen, in denen sie den radikal-islamischen Taliban in Afghanistan einen Propagandakrieg vorwirft. Außer um Attentate, Hinrichtungen und Massaker gehe es nun auch um einen Krieg mit Worten, sagte doch tatsächlich Außenamtssprecher Martin Jäger in einem Interview der ARD.
Dabei machen es US-Amerikaner mit ihren Verbündeten, und darunter zählt auch die Deutsche Politik, in der gleichen Weise vor. Ich frage angesichts der Offensichtlichkeit des Sachverhaltes immer mehr, wie dämlich will man in Washington und Berlin die Bürger unseres Landes eigentlich noch halten.
Das Tagesgeschehen - kommentiert von Valentin Moser