Schmutzig / 1

Bereits die letzte Bundesregierung unter Führung von Gerhard Schröder sorgte dafür, dass deutsche Soldaten wieder zu Kriegseinsätzen in das Ausland befohlen wurden. Die politische Linke, die sich immer so gerne als intellektuell tituliert, blieb dabei nahezu stumm. Der eigentlich erwartete riesige Sturm der Entrüstung blieb aus.
War es doch ausgerechnet ihr eigenes politisches Lager, welches quasi über Nacht auch noch eines der letzten Ideale aufgegeben hatte. Ideale, die da hießen, nie mehr Krieg unter Beteiligung Deutschlands, schon gar nicht im Ausland, die Bundeswehr als reine Verteidigungsarmee. Ein neuer Treppenwitz der Geschichte wurde da geboren.
Realpolitik a là Joschka Fischer und Gerhard Schröder war alleine nur angesagt, der Machterhalt und der damit verbundene Verbleib an den reichhaltig gefüllten Trögen eines besseren Lebens schien nach Auffassung nicht weniger hierzulande wichtiger zu sein, als ein Festhalten an den Werten, mit denen Schröder, Fischer, Scharping und Co. noch zu Zeiten einer deutschen Friedensbewegung immer so gerne kokettiert hatten.
Die weitere Entwicklung ist heute längst bekannt. Deutsche Soldaten wurden in fragwürdige Kriege hineingezogen, Jugoslawien und Irak, danach Afghanistan. Allesamt zumindest aus einem nicht unerheblichen Anteil auf einem Gebilde aus Lügen, Manipulation der öffentlichen Meinung sowie handfesten politischen und wirtschaftlichen Interessen, vor allem der Amerikaner, aufgebaut.
Der von den Schilys, Merkels und Schäubles immer öfter beschworene Terrorismus und die mit diesem verbundenen Gefahren gehen nach Auffassung einer ständig weiter wachsenden Anzahl kritischer Stimmen vor allem von den Amerikanern aus. Einer Nation, die seit Jahrzehnten die Gewalt in andere Länder hineintragen oder dort säen.
Mit dem Argument der Bündnistreue werden deutsche Soldaten wie auch Zivilisten immer öfter Opfer genau dieser zweifelhaften Politik. Sie müssen wohl auch in Zukunft und da wahrscheinlich sogar noch zahlreicher im Ausland sterben, wenn die Regierung Merkel nicht endlich die Notbremse zieht.
Und ihr Land Deutschland und seine Soldaten aus den Ländern abzieht, in denen die US-Amerikaner, auch gemeinsam mit ihren Verbündeten, und auch unter Beteiligung ihrer Geheimdienste, angeblich sogar Verbrechen verübt haben sollen.
Mit dem Argument, man wolle ein Land befreien, werden ganz nebenbei Hunderte Zivilisten getötet. Frauen, Kinder und sogar Babys. Man spricht hier von bedauerlichen Kollateralschäden, und versucht gleichzeitig Ausmaß und Folgen in den eigenen Ländern herunterzuspielen.
Während die deutsche Politik, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel, in diesen Tagen den Klängen von Richard Wagner bei den Bayreuther Festspielen lauscht, sterben vielleicht genau in der gleichen Sekunde unschuldige Menschen in Afghanistan. Wieder einmal getötet von Nato-Kampfbombern, über die Rolle deutscher Tornados in diesem schmutzigen Krieg, da redet man in Bayreuth und auch sonst in Deutschland lieber nicht.
Das Tagesgeschehen - kommentiert von Valentin Moser