Geldgier



Die Einführung der Sommerzeit war damals wie heute höchst umstritten, wir Deutschen haben uns genauso wie viele anderen einfach dran gewöhnt. In dem Bewußtsein, dass wir sowieso chancenlos sind uns gegen den einen oder anderen Blödsinn derer da oben zu wehren, machen wir diese Zeitumstellung Jahr für Jahr einfach mit. Ohne groß zu Murren.

Im Frühjahr, wie Herbst, lange wird dies nun nicht mehr dauern, stellen wir die Uhren einfach kommentarlos um, der eine oder Andere mehr oder weniger fluchend, der Rest von uns mit mehr oder weniger resignierendem Kopfschütteln.

Statt den nach Ansicht zahlreicher Wissenschaftler sinnleeren Zeitumstellungsklamauk zu unterlassen, hat man zu guter Letzt sogar noch diese Zeitumstellung europaweit koordiniert. So ist dies nun der letzte Sonntag im September, an dem uns Menschen eine wertvolle Stunde unseres nächtlichen Schlafes geraubt wird, der letzte Sonntag im Oktober bringt uns diese dann wieder zurück.

Es ist zwar nur eine einzige, läppische Stunde, jedoch, der eigene Körper, der Biorythmus, dieser wehrt sich dagegen. Und zwar rigoros, Jahr für Jahr, immer wieder aufs Neue.

Alle Welt schreit dann wieder nach dem Wieso und Warum, alle jedoch machen es dann doch wieder mit. Das Irrsinnige daran, warum das ganze Theater eigentlich? Wenn mans doch wüsste, wenn es irgendeiner doch einmal so richtig vernünftig erklären könnte. Logisch, zweifelsfrei müßte dies natürlich sein, das ist schon klar. Und genau daran scheitert es, denn das tun sie nicht, sehr wahrscheinlich wissen sie es selbst nicht so ganz genau.

Heute, nach mittlerweile über als 30 Jahren, wissen bestimmt nur noch sehr wenige von uns, warum die Politik Anfang der siebziger Jahre auf diese wenig glorreiche Idee kam. Ölkrise, so hieß es damals, weithin schallte dieses Wort über unseren Globus.

Ölkrise, welch ein markantes Wort, es erschütterte Milliarden Menschen in Mark und Bein. Dabei gab es nie eine Ölkrise, wie man schnell herausfand, sondern allleine nur eine künstlich herbeigeführte Ölpreiskrise. So wie dies in den letzten Jahren und da vor allem in jüngster Zeit, immer schlimmer sogar, der Fall gewesen ist.

Man dreht einfach an der Preisspirale, die ölfördernden Länder, das Ölkartell, denn man weiß nur zu gut, dass wir alle auf das Öl angewiesen sind. Eine Reihe Multis in den westlichen Industrienationen sind an dieser Schweinerei auch noch beteiligt. Man stopft sich mit dem hart erarbeiteten Bürgergroschen einfach die Taschen voll. Direkt vor den Augen, und daher auch mit mit Billigung, der Politik.

Man macht die wertvolle Ressource Öl einfach knapp, heute, dreissig Jahre später weiß jeder, damaligen Unkenrufen zum Trotz, Öl gibt es nach wie vor noch für viele Jahrzehnte genügend. Es schlummert tief in Mutters Erde, einige wenige haben den Zugang hierfür, und sie ziehen uns allen die Hosen aus.

Die maßlose Gier einiger weniger, sie ist es, sie war früher an allem Schuld, und genauso ist es auch heute. Diejenigen, die dies tun, beteiligen sich mit ihren riesigen, im Grunde unanständig hohen Gewinnen, an zahlreichen westlichen Unternehmen, bestimmen damit ein zweites Mal wesentliche Elemente der Wirtschaftspolitik. Die Globalisierung läßt schön grüßen.

Dazu die Wissenschaft, sie durchschaute und erkannte recht schnell, dass die Zeitumstellung außer jeder Menge an Kosten überhaupt nichts bringt, das Gegenteil soll sogar der Fall sein. Hysterie und Ängste hat sie noch dazu gebracht. So hat man hier bei uns sogar den doppelten volkswirtschaftlichen Schaden.

Die Gier des Ölkartells gepaart mit der Dummheit der Politik, welche eine unheilvolle Allianz dies doch ist. Gegen jede Vernunft, wider jeden gesunden Menschenverstand. Und so lassen sie die Menschen in Europa weiter leiden, Jahrein und Jahraus. Alle Jahre wieder, zur gleichen Zeit. Dabei wärs längst an der Zeit zu sagen, hey Leute, es tut uns wirklich leid.

Das Tagesgeschehen - kommentiert von Valentin Moser
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