Eiskalt



Viele Menschen in Deutschland fragen sich heute, was geht eigentlich in einer Bundeskanzerlin Angela Merkel vor, wenn diese bei einer Trauerfeier, wie der gestrigen, auf die Eltern, Ehefrauen, Kinder und andere Angehörige der in Afghanistan ermordeten Polizisten trifft.

Kann unsere Bundekanzlerin diesen armen und bedauernswerten Menschen überhaupt ins Gesicht schauen? Wird Angela Merkel von Gefühlen wie einem schlechten Gewissen geleitet, oder entspricht ihr innerer Zustand genau der Eises- und Gefühlskälte, die ein Mensch mit einem grimmigen Blick gewöhnlicherweise ausstrahlt.

Sie und ihre Berater werden es ganz sicher nicht so gerne hören, schließlich haben sie viel Geld und Mühen dafür verwendet der deutschen Öffentlichkeit Angela Merkel als freundliche und herzliche Bundeskanzlerin zu verkaufen.

Jedoch, die für Angela Merkel typischen tief heruntergezogenen Mundwinkel, bekanntermassen bei nicht wenigen Betrachtern recht böse in ihrer Wirkung, lassen sich nicht so einfach mit Hilfe von Photodesign- oder Make-up-Retouschierungen aus der Welt schaffen.

Auch die eher peinlich wirkenden Gesichtsübungen der Bundeskanzlerin, wenn sie wieder einmal mit einem ihrer Natur eher entsprechenden Gesichtsausdruck ertappt wurde, und sie dann krampfhaft versucht die nach unten gerichteten Mundwinkel wieder nach oben zu ziehen, diese Bemühungen sind, nicht nur nach Auffassung eines Kolumnisten, in ihrer Wirkung eher als lächerlich und scheinheilig zu betrachten.

Was mag die Deutsche Bundeskanzlerin also empfunden haben, und neben ihr alle anderen Vertreter der deutschen Politik, wie sie da so alle saßen, bei der Trauerfeier im Berliner Dom, in dem Bewusstsein, dass die drei Kriminalbeamten, wie so viele andere vor ihnen ebenso, noch leben könnten.

Haben Sie nur eine einzige Sekunde daran gedacht, dass diese armen Menschen auch Opfer ihrer deutschen Afghanistanpolitik sind, dass sie noch leben könnten, wenn sie die deutsche Beteiligung in Afghanistan nicht beschlossen hätten.

Noch mehr Innenminister Schäuble, dessen Trauerrede in meinen Augen eher beschämend gewesen ist, wie kann er denn nur vor den trauernden Angehörigen formulieren, Die Polizeibeamten haben ihr Leben gelassen für eine zutiefst humane Idee. Die Menschen können nur dann in Frieden und Freiheit leben, wenn es eine Ordnung gibt.

Wie kann er dies vor dem Hintergrund einer für die Weltöffentlichkeit weithin sichtbaren scheinheiligen und in elementaren Bereichen unmenschlichen, heuchlerischen USA-Politik in dieser Weise formulieren.

Seine weiteren Ausführungen in seinen Presseverlautbarungen halte ich ebenfalls für skandalös und beschämend. Genauso, wie die geradezu plumpen Worte des deutschen Botschafters in Afghanistan, Hans-Ulrich Seidt. Dieser meinte in seiner Ansprache gar, Frau Bundeskanzlerin, ich weiß, er hat sehr, sehr gerne für sie gearbeitet.

Als ob dies eine Rolle spielt, alleine um die Gefühle der vielen Angehörigen geht es doch nur. Und diese müssen nun den Rest ihres Lebens darunter leiden, dass die Verantwortlichen der Bundespolitik aus einer fragwürdigen Bündnistreue heraus einem fragwürdig operierenden Partner in einem fragwürdigen, nach Ansicht vieler Völkerrechtler sogar rechtswidrigen Krieg in Afghanistan helfen wollen.

Wenn sie dies doch wirklich dann selbst vornehmen würden, aber nein, dafür hat es dann ja genügend arme Tröpfe, die statt dessen ihr Leben lassen müssen.

Wie heißt es doch in einem alten Sprichwort, Es wird nie soviel gelogen wie bei Trauerfeiern und Jubiläen. Diesem kann ein Kolumnist am heutigen Tage nicht mehr viel hinzufügen.

Das Tagesgeschehen - kommentiert von Valentin Moser
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