Die Pauli-Couch

Ist es nicht köstlich, daß es dieser Tage einmal die bizarren Töne sind, die uns aus dem Süden dieser Republik entgegenschallen. Ausgerechnet von dort, aus bayrischen Landen, wo es doch sonst so schrecklich bierernst zuzugehen scheint. Und gelegentlich sogar, dem Sinne dieser Worte gleich.
Latex und Lederhosen wirds bald lauten, statt Laptop und die Lederhosen, sagt der eine, so recht erfrischend für die anderen. Die Medienwelt saugts gierig auf. Natürlich. Was gibts auch Wichtigeres in diesem, unserem Land.
Gemeint hat er den Slogan seiner Partei, die in Aufruhr scheint, aufgemischt von einer Frau, die es gewagt hat, den grauen Eminenzen aus München die Peitsche zu zeigen. Vom Titelblatt eines Magazins, als Domina gekleidet, so schön lüstern sieht sie auch noch aus. Latex-Landrätin, Zerstoiberin, wird sie allenthalben nun genannt, oder einfach kurz: die Domina vom Landratsamt.
Zuerst gebellt, heißt das denn auch, zuerst erwischt? Liebe Herren von der bayerischen CSU. Was würde Sigmund dazu sagen, Autsch, jetzt gibts Gedrängel auf der Pauli Couch? Das wärs doch mal, findet ihr das denn nicht auch?
Mir würds gefallen, mal ganz ehrlich, und wer weiß, vielleicht dem Stoiber sogar auch. Doch, ihr seid katholisch, was man kennt, da gibt man sowas ja nicht preis. Aber hinter den Gardinen, weiß, da seid ihr doch auch ganz schon heiß.
Und Gabriele, nimms nicht so schwer, Du kommst ja wirklich äußerst knusprig jetzt daher. Ich, für mich, wenn Du mich fragst, warum auch nicht. Dich nähm ich schon, doch Latex und die Peitsche bräucht ich dafür, zumindest jetzt, noch nicht.
Das Tagesgeschehen - kommentiert von Valentin Moser
