Die Macht des Geldes



Die Medienbranche ist in Bewegung. Was kein Wunder ist, wenn man bedenkt, wie stark das Online-Zeitalter die Gesellschaften weltweit verändert haben. Dazu kam die Globalisierung, alle Menschen spüren seit Jahren die immer stärker werdenden Auswirkungen auf wichtige Lebensinhalte, und vor allem auch auf Lebensabläufe in ihrem Alltag.

Erschreckend bei der seit Jahren voranschreitenden Entwicklung bei den skizzierten Veränderungen ist nicht nur die Tatsache, dass die Menschen in Europa flächendeckend Angst haben, vielmehr noch, die Ängste gehen vermehrt auch in den Konzernzentralen einiger Multis einher.

So haben sich in diesen Tagen Privatsender und Zeitungsverleger über ein wachsendes Ungleichgewicht in ihrer Branche zu Wort gemeldet. Wie so oft schon in den zurückliegenden Jahren geht es auch diesmal wieder um ihre gebührenfinanzierten Konkurrenten.

Die Privaten werfen ihnen vor, dass ARD und ZDF sich grenzenlos in den digitalen Medien ausbreiten dürften. So sagte jetzt Jürgen Doetz, Vorstand des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien in einer Presseerklärung, ARD und ZDF planen derzeit, so massiv in den Wettbewerb einzusteigen, dass die Privaten kaum noch mithalten können.

Und weiter führt der Mann aus, dass ihn vor allem störe, dass die beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ihre digitalen Nischenkanäle EinsExtra und ZDFinfokanal zu Nachrichtensendern ausbauen würden.

Und stören würde ihn dies, weil das nachteilig für n-tv und N24 sei. Dort würde man dann angesichts des Sachverhalts wahrscheinlich nichts mehr investieren. Weil man sowieso keine Chance gegen die Übermacht aus ARD und ZDF habe, wollte der Mann damit wohl ausdrücken.

Noch weiter geht Tobias Schmid, Leiter Medienpolitik bei RTL, denn dieser ließ verlauten, dass sie in einem Markt agieren würden, in dem der staatlich geschützte Wettbewerber ständig seine Grenzen ausweite, was es sonst nirgendwo gäbe. Beim letzteren ist sich der Kolumnist gar nicht so sicher, zuviel Protektionismus zugunsten vieler großer Unternehmungen haben die Menschen hierzulande in den letzten Jahrzehnten bereits am eigenen Leibe verspüren müssen.

Ganz besonders in der Bredoullie sehen sich, wohl auch nicht ganz zu Unrecht, die Zeitungs- und Zeitschriftenverleger in Deutschland. Deren Giganten, kleine Unternehmungen sind dies wahrlich schon lange nicht mehr, haben auf die Ankündigungen der öffentlich-rechtlichen Sender regelrecht panisch reagiert.

Angesichts der Investitionen von ARD und ZDF in deren Online-Präsenzen, spricht man beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger gar von einer Enteignung. Drastische Worte, fürwahr, Geschäftsführer Dietmar Wolff dieses Verbandes ist dies gewesen, der diesen starken Tobak zum Besten gegeben hatte.

Die Verleger seien es, die da nun enteignet würden. Als werbefinanzierte Unternehmen könne man nunmal nicht mit den GEZ-Gebühren-Einnahmen der staatlichen Sendeanstalten mithalten.

Ein Kolumnist sagt dazu ganz lapidar nur Folgendes. Zum einen habt ihr alle Zeit genug gehabt euch auf die tiefgreifenden Veränderungen der neuzeitlichen Mediengesellschaft vorzubereiten. Ihr hättet eure Online-Netzwerke einfach früher aufbauen sollen, dafür braucht es nicht einmal so sehr viel Geld eher weise Vorraussicht.

Zum Anderen schadet es euch überhaupt nichts, wenn ihr einmal die Auswirkungen übermächtigen Kapitals am eigenen Leibe verspürt, schließlich verschaukelt ihr bereits seit Jahren eure Zuschauer mit immer niveauloser werdenden Sendeinhalten.

Noch dazu politisch und lobbyistisch stark beeinflußt, wieviele Millionen eurer Zuschauer habt ihr zum Beispiel alleine mit euren Telefonabzock-Sendungen in den letzten Jahren um ihr hart verdientes Geld gebracht.

Und, last but not least, wenn man bedenkt, dass es vielleicht sogar Verlage wie Springer, FAZ oder die WAZ-Gruppe treffen könnte, dann kann der deutsche Konsument eher beruhigt sein. Dann wird er, so eure Befürchtungen eintreten, eher sogar noch gewinnen.

Lieber etwas zuviel Geld den öffentlich-rechtlichen Bürokraten geschenkt, als in dem gierigen Rachen einiger weniger privaten Großaktionäre versenkt.

Das Tagesgeschehen - kommentiert von Valentin Moser
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